Live-Berichte
| Summer Breeze 2010 - Bericht von Chris Denner |
geschrieben von: Lady_Metal vom 26.08.10 |
Am 18. August 2010 war es soweit - das Gelände des 13. Summer Breeze öffnete seine Pforten für die Besucher.
Die Wartezeiten waren im Rahmen und insgesamt verlief die Abfertigung der musikhungrigen Massen reibungslos. Nach eifrigen Aufstellaktionen von Zelten und Pavillons konnte nun der ruhige Teil beginnen - ein erstes Bier, Grillen und gemütliches Zusammensitzen. Leichte Schauer hier und da verwandelten das Gelände in eine Schlammschlacht, aber die Stimmung keineswegs ins Negative.
Zum ersten Mal laut wurde es als die "101. Band", der Musikverein Illenschwang, das Festival auf der neuen Camel Stage einweihte. Am Nachmittag durften sich die sechs, von den Besuchern gewählten, Newcomer-Bands im Partyzelt beweisen. Am Ende konnten sich Bleeding Red (Foto links) den wohlverdienten Sieg und den damit verbundenen Platz auf der Pain Stage am Donnerstag ergattern.
Ab 20 Uhr standen im Partyzelt alle Zeichen auf nuklearen Angriff.
Die "Nuclear Blast" - Labelnacht fand zum ersten Mail im Rahmen des
Summer Breeze statt. Mit Bands wie Suicidal Angels, Suffocation, Rage, Equilibrium, Unleashed und Annotations Of An Autopsy, spielten durch und durch hochkarätige Bands auf. Doch das Hightlight des Abends gestalteten die Ziegen from "outta space". MILKING THE GOATMACHINE (Foto rechts) rockten, bockten und drehten richtig auf. Ein eindeutig gelungener Abschluss des ersten Tages.
13 Uhr - Donnerstag. Zeit für Bleeding Red (Foto links) den bisher wohl größten Auftritt ihrer Karriere zu liefern. Kurz vorher bekamen sie noch ihre Trophäe, den New Blood Award, überreicht. Gekonnt lieferten sie ein mustergültiges Set ab, als hätten sie nie etwas anderes getan. Direkt anschließend luden Barren Earth zu einer ruhigen, emotional durchdachten Performance ein, die einem nochmal Zeit zum Verschnaufen gab. Doch als um 15 Uhr die "wilde Horde" um Hauptmann Feuerschwanz auf die Party Stage einfiel, war es vorbei mit der Ruhephase. Ein gut gefülltes Zelt feierte den Haufen vom Anfang bis Ende frenetisch - zu recht.
Der Donnerstag stand somit ganz unter dem Zeichen "Konzert-Marathon" für Musikliebhaber. Ab 15.45 Uhr spielte die Latino-Fraktion von
ILL NINO (Foto links) auf der Pain Stage auf. Mit fast komplett alten Titeln ließen sie goldene Zeiten hochleben.
Weiter ging es mit Parkway Drive - die Australier schafften es bei ihrem ersten SB-Auftritt direkt auf die Main Stage und die Meute ins Moshfieber zu versetzen. Bei mittlerweile strahlendem Sonnenschein kann das Metalherz nicht mehr verlangen. Ein rasanter Anstieg der Frauenquote läutete den nächsten Auftritt ein: THE 69 EYES. Mit einer Mischung aus alten Hits und neuen Songs gaben sie ihren düsteren Reigen zum Besten.
Zum Abschluss gab es ein "You Guys Rock - ohne Scheiß!" ins Mikrofon gehaucht und damit wurde so manches Mädchenherz schnellschlagend hinterlassen.
Das Highlight dieses Tages bildeten aber ganz klar DIE APOKALYPTISCHEN REITER. Gut besucht mit alten Hits ("Unter der Asche") und brandneuen Songs ("Boten einer neuen Zeit") rissen sie das Publikum mit - Peitschenheibe von Dr. Pest (Foto rechts) inklusive.
Außerdem gaben sich an diesem Tag noch Agnostic Front, Swallow The Sun, Obituary, Dark Tranquillity und Subway to Sally die Klinke in die Hand.
Freitag - schon der dritte Festivaltag. Und schon ab 11 Uhr ging es auf den Bühnen richtig zur Sache. Cumulo Nimbus aus dem bayerischen Landsberg am Lech starteten die große Feier und heizten mächtig ein. Zwei attraktive Ladies und schmissige Songs lockten eine beachtliche Menge vor die Pain Stage. Doch die Mittelalter- und Gothicfrakton sollte für diesen Tag noch nicht bedient sein. Um kurz vor eins betraten die Hamburger MONO INC. mit der wohl gutaussehendsten Drummerin die Bühne. Sänger Martin Engler (Foto links) fühlte sich sichtlich wohl und stimme mit "The Passenger" einen Mitgröhlsong auf der Akustikgitarre an - Aufnahme für das Tour TV inklusive.
Direkt im Anschluss war es Zeit für die LETZTE INSTANZ und FIDDLER'S GREEN. Letztere zeigten getreu ihrem Motto "Folk's Not Dead!" eine überragende Show mit Wall of Death zu irischen Folkklängen. Zum Brechen gefüllt war das Partyzelt vor dem Auftritt von WE BUTTER THE BREAD WITH BUTTER. Jedoch enttäuschte die Elektro-Deathcore Truppe ein wenig bei ihrem Auftritt. Es war spassig und die Stimmung passte - spätestens bei der Deathcore-Version vom Deichkind-Klassiker Remmidemmi. Jedoch wollte der Funke nicht so ganz auf mich überspringen. Zum Verschnaufen gab es nun Zeit beim Auftritt der Briten ANATHEMA. Mit viel Emotion brachten sie ihre eigentlich herbstlich klingenden Melancho-Songs zum Besten.
Highlight war das mit Lee Douglas vorgetragene "A Natural Disaster". Desweiteren konnten die Fans am heutigen Tage Ensiferum, Cannibal Corpse, End of Green, Hypocrisy und Gorgoroth bestaunen. Um 21.45 Uhr deutscher Zeit schlug die Uhr zu einem absolut würdigen Abschieds-Auftritt: DESPISED ICON knüppelten mit ihrem wilden Deathcore die Masse in Grund und Boden, bevor sich sie sich für immer verabschiedete. Headliner Heaven Shall Burn führten direkt im Anschluss den Tag zu einem gekonnten Abschluss - dachte ich. Jedoch enttäuschten die Thüringer mit schwankendem Sound und viel Erzählerei drumherum. Wenn die Stimmung auch gut war - das können die Jungs definitv besser.
Um Mitternacht wurde nochmal richtig gemetzelt - und das nicht nur musikalisch. GWAR richteten so gut wie jeden auf der Bühne hin - von Hitler bis Papst Ratzinger. Die Mischung aus Gewalt, Obszönitäten und Sozialkritik regte da doch durchaus zum Schmunzeln ein. Ein großer und vor allem blutiger Auftritt - einige Fans dürften ihre T-Shirts jetzt wohl nicht so schnell wieder waschen. ORPHANED LAND beendeten meinen Festivaltag um drei Uhr nachts - mit dem Satz "I'm not Jesus" des Fronters Kobi Farhi der israelischen Gruppe als Zitat des Tages. Das Publikum fraß der Band, zu recht, aus der Hand. Ein voller Erfolg.
Am letzten Festivaltag erwarteten die Rakka-Takka-Metaller von VAN CANTO (Foto links) um kurz vor ein Uhr mittags eine beachtliche Zuschauermenge vor der Main Stage. Mit eigenen Songs und bekannten Coverversionen von Grave Digger oder Iron Maiden hatten sie einen großen Chor im Hintergrund und lieferten solide ab. Pogo war angesagt, als die Deutschrocker FREI.WILD das Schlachtfeld betraten. Bei immer noch schönen Wetter gaben sie Mitgröhlhymnen vom Allerfeinsten zum Besten. Etwas Entspannung war bei LEAVES' EYES geplant, was die Band einem auch mit solidem Auftritt erlaubte.
Anschließend ging es bei EISBRECHER (Foto rechts) wieder mächtig zur Sache. Die Bayern deklarierten mit ihren teilweise sozialkritischen Hymen
ein Konzert zum Feiern und Tanzen, aber auch Nachdenken. "Der Checker" steht immer für ein hochklassiges Konzert. Von alten Hits wie "Schwarze Witwe" bis zur aktuellen Single "Eiszeit" gab es einen Rundumschlag der Bandgeschichte, bis man mit "Miststück" frenetisch bejubelt das Feld räumte.
Zwischenzeitlich spielten Poisonblack, Sepultura und Korpiklaani auf. Letztere verwandelten das Festival wie gewohnt in einen Hexenkessel der Extraklasse.
Doch noch war es Zeit für den Suprise Act - viele Leute hatten sich versammelt. Und dann betrat er die Bühne: BÜLENT CEYLAN. Mit langer Mähne, Headbangen und vielen Lachern beendete er gekonnt seinen Überraschungsauftritt. Inklusive Wall of Death und Crowdsurfen. Zum Abschluss kündigte er noch an wieder zu kommen - und zwar als Headliner.
Mit knapp 5 Minuten Verspätung betraten SICK OF IT ALL die Bühne. Die Größte des New York Hardcore schlechthin machte ihrem guten Namen alle Ehre und zauberte ein Brett nach dem anderen aus dem Ärmel. Die Masse bedankte sich mit Mosh- und Circle Pits der Extraklasse.
Außerdem rockten an diesem Tage Dark Funeral, Warbringer, Maroon und die Headliner Children of Bodom. Letztere eher mit einem enttäuschenden Auftritt. Die großen Bühnen schlossen ihre Tore im Jahre 2010 mit dem Auftritt von MY DYING BRIDE. Jedoch zog es mich um Mitternacht ins Partyzelt - zum ersten Mal hatten EISREGEN ein Stelldichein beim Summer Breeze. Ein sichtlich volles Zelt erstreckte sich vor mir - jedoch verließen viele Besucher schon bei den ersten Songs das Zelt. Die Masse war von den Schockrock-Songs wie "1000 toten Nutten" fast wie erstarrt - es gab kaum Bewegung. Lediglich beim letzten Songs "Elektro-Hexe" drehten die Leute nach der Aufforderung des Sängers richtig auf - und dann war der Auftritt nach 50 Minuten auch schon vorbei. Ein wenig mehr hätte ich den Jungs gegönnt - denn es war ein wirklich gelungener Auftritt.
Somit ging ein absolut einwandfreies Festival zu Ende - mit ein wenig Wehmut und vielen positiven Erinnerungen saß man am Zelt und leerte die letzten Biere, bevor man sich für eine letzte Nacht ins Zelt verkroch. Am Sonntag ging die Abreise relativ schnell vonstatten. Die Zivilisation hatte einen schneller wieder, als es einem lieb war. Einziger Kritikpunkt war eine Verschätzung des Veranstalter bei den Eingangsschleusen. Teilweise waren die Massen soviel, dass man schonmal gut 10 - 15 Minuten stehen musste. Doch bei dieser Klasse nimmt das doch gerne mal in Kauf.
Abschließend sei nur eins zu sagen: Dinkelsbühl, wir kommen wieder!
Autor: Chris Denner
| Foreigner - 29.07.2010 in Bonn (Solar Summer Stage) |
geschrieben von: Holger vom 03.08.10 |
Nun hat es auch die traditionelle Kunst-und Ausstellungshalle erwischt. Ab sofort hört sie auf den Namen "Solar Summer Stage". Das ist zum Glück das Einzige was sich geändert hat. Schon seit Jahren verwöhnt uns die Location mit Hardrock-Legenden der Spitzenklasse. Das bewies auch vor einigen Wochen eindrucksvoll ALICE COOPER. Auch Foreigner enttäuschten bei ihrem Gastspiel nicht. Doch bevor Foreigner die Bühne entern sollten, galt es eine Vorband zu überstehen. Zugegeben bisher waren die meisten Vorbands die ich in Bonn ertragen musste, nicht sonderlich talentiert.
JIMIX
Als dann JIMIX die Bühne enterten war mir klar, das werden harte vierzig Minuten. Die Band setzte ich aus Musikern aus verschiedenen Ländern und Kontinenten zusammen. Der Sänger, der optisch wie eine Kreuzung aus Jimmi Hendrix und Lenny Kravitz wirkte passte irgendwie gar nicht in das sonstige Line Up. Vor allem das knall grüne Bühnenoutfit des Frontmann brannte sich in in meinen Augen fest. Gedanklich war ich schon auf dem Weg zum Bierstand, als die Band anfing. Doch die Band überraschte mich. Der Sound war vom ersten Ton eigenständig. Die Mischung aus CARIBEAN, MELODIC ROCK, POP und PUNK wirkte auf jedem Fall spannender wie das, was man sonst von Vorbands zu hören bekommt. Manche Songs waren mir einfach zu fremd, doch die ruhigeren und eingängigen Songs konnten nicht nur mich, sondern auch die Massen begeistern. So war die Stimmung für einen Support mehr als gut. Der Frontmann tat alles um das Publikum zu unterhalten. Der Mann strotze nur vor Bühnenpräsenz. Anderer Eyecatcher war der Drummer, der von der Optik wie ein Überbleibsel der SEX PISTOLS wirkte und mit seinem punkigen Drumming den Sound ganz klar nach vorne brachte. Vor allem die Soul-Nummer konnte alle überzeugen. Man kann nur gespannt sein, wie es mit dieser frechen Band weiter geht. Es ist immer wieder schön zu sehen, dass es Band gibt, die sich nicht in Schubladen pressen lassen.
FOREIGNER
Die Umbaupause war recht kurz. Die Fans nutze die Gelegenheit um ins Trockene zu kommen, denn es fing an zu schütten. Zum Glück ist das Gelände größtenteils überdacht. Das Bühnensetting enttäuschte ein wenig, denn es war genau dasselbe, wie vor drei Jahren an selber Stelle. Zwei weiße Lichttraversen, ein Laufsteg und der Foreigener-Schriftzug. Bei Ticketpreisen von 45 Euro hätte ich schon was Neues erwartet. Doch sind wir mal ehrlich, die Bühnendeko ist eigentlich nur Beiwerk. Entscheident ist das, was auf der Bühne passiert. Da ließen Foreigener keine Fragen offen. Wie gehabt eröffneten sie mit "DOUBLE VISION". Im Gegensatz zur letzten Gastspielreise kam die Version noch fetter und rockiger rüber, als beim letzten Mal. Foreigener scherten sich ein Dreck um die bescheuerte Dezibel Begrenzung in Bonn. Lauter als 92 Dezibel darf kein Konzert nicht sein. Ich erinnere mich an total leise WHITESNAKE UND ALICE COOPER Konzerte. Bei Foreigner war die Anzeige permanent im roten Bereich und die 100 Dezibel wurden oft überschritten. Zu laut ist sicherlich nicht gesund, aber zu leise macht auch kein Spass. 100 Dezibel ist schon okay. Imemrhin sprechen wir von einem Rockkonzert. Das ausgerechnet Foreigner, die immer als Kommerzrocker galten, sich über die Vorschrift hinweg setzten, beweist in welche Richtung sie tendieren. Sie wollen einfach nur rocken und Spaß haben und das kam beim Publikum an. Das auch im Gegensatz zur letzten Show bunt gemischt war, auch der eine oder andere Metaler war zu erspähen. Die Fraktion wurde genauso wenig enttäuscht wie die, die nur kamen, um Erinnerungen aus ihrer eignen Jugend aufzufrischen. Wenn eine Rockband mit den 80ern verbunden ist, dann wird es für Ewigkeit auf Foreigner zutreffen. Als genau diese alten Hits zum ersten Mal mit "Cold as Ice" bedient wurde, hörte man die ganze Museumsmeile mitsingen. Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass die Zuschauer lauter waren als die Band. Als nächstes folgte direkt der nächste Hit "Waiting for a girl like you". Es gab sogar einzelne Paare in den hinteren Reihen die den Klammerblues tanzten wie vor 25 Jahren. Danach wurde es mit "Can't slow down" wieder merklich härter. Im Anschluss wurde dann einige Songs des aktuellen Albums gespielt. Bevor mit "That was yesterday" die Stimmung wieder überschwappte. Ausgerechnet bei der Ballade musste der Verfasser dieser Zeilen aufs Örtchen (Shit happens - im wahrsten Sinne des Wortes). Mit dem nächsten Song "STARRIDER" wurde ein Song aus den Anfangstagen angestimmt. Der sehr Led Zeppelin-lastige Song passt eigentlich gar nicht in das Repertoire der Band, gehört aber für mich zu den stärksten Songs der Band. Schade, dass dieser Seite der Band nie richtig gewürdigt wurde.
Die Band strotze vor Spielfreude und obwohl nur noch einer der Urbesetzung mit Mick Jones an Bord war, klang die Band authentischer wie zur Phase kurz vor der Auflösung. Der Frontmann überzeugt einfach nicht nur stimmlich, sondern auch vom Showtalent gehört er auf die ganz große Bühne. Worte über Jeff Pilson zu verlieren ist überflüssig. Er war neben Lynch die treibende Kraft bei Dokken. Viele werden ihn natürlich auch von DIOs Soloband kennen. Das Foreigner nun um einiges heftiger klingen, wie vor einigen Jahren, ist klar der Handschrift des Gelegenheitsschauspielers (Rockstar) zu verdanken. Nach "Feels like the first time" kam nun der erste große richtige Höhepunkt "URGENT" in der XXXXL Version. Das Saxophon Solo von Thom Gimbel wird nicht nur mir ewig in Erinnerung bleiben. Einfach nur großes Kino wie auch das folgende "Jukebox Hero". Damit endete auch nach knapp 75 Minuten die Show. Aber da war ja noch was?
Richtig, der Song überhaupt. "I wan't to know what love is" wollten alle hören und es kam auch im Zugabenteil und man hatte den Eindruck, dass nicht nur Bonn, sondern ganz NRW mitsang. Ich war froh, dass der Song nicht so lang gezogen wurde, wie vor drei Jahren. Für mich gibt es einfach bessere Songs. Den Massen gefiel es. Standesgemäß beendete man das Set mit "Hot Blooded". In der Form werden Foreigner noch lange in der Szene mitmischen. Allerdings empfinde ich bei einem Ticketpreis von 45 Euro die Spielzeit für sehr knapp bemessen. 30 Minuten länger hätte es durchaus dauern dürfen. Lag aber vielleicht auch an dem bekanntlich frühen Curfew in Bonn (22 Uhr Konzertende). Die Band ließ sich noch lange feiern. Abschließend sei noch zu erwähnen, dass Foreigner einer der wenigen Bands waren, die denn traditionellen Amnesty International Stand mit Verlosungsmaterial bestückten. Auch die Merch-Preise waren noch im zivilen Bereich. Es geht also auch noch bodenständig. Hoffen wir, dass die Band das auch weiterhin bleibt. Dann werden auch weiterhin die Nostalgieabende mit Foreigener den Scharm verbreiten, wie an diesem beschissenen (bezieht sich auf das Wetter) Sommerabend.
ROCK ON
HOLGer
Setlist
- Double Vision
- Head Games
- Cold as Ice
- Waiting for a girl like you
- Can´t slow down
- When it comes to loves
- dirty white boy
- that was yesterday
- starrider
- feels like the first time
- urgent
- jukebox hero
- I want to know what love is (zugabe)
- hot blooded
| The BossHoss - Low Voltage am 18.11.2009 in Essen |
geschrieben von: Kerstin vom 19.11.09 |
Mein erstes BossHoss Konzert oder 'wie ich sanft BossHossmäßig entujungert wurde'. So oder so ähnlich. Hier folgt ein absolut subjektiver. aber jugendfreier Bericht zum BossHoss Konzert am 18.11.2009 in der Essener Grugahalle. Man erwarte keine kompletten Setlists von mir. ich gehe nicht mit Stift und Block auf ein Konzert. Viel Spaß:)
Ich ging völlig unvorbelastet an die Sache ran, da es eh mein allererstes BossHoss Konzert war. Hatte im Vorfeld einige Videos gesehen und habe mir von Mr. Boss Burns und Sir Frank Doe beim Interview erklären lassen, wie es ablaufen sollte. Ich hatte auch schon im Vorfeld Gelegenheit in die Low Voltage Versionen vom letzten Album ‚Do Or Die‘ rein zuhören. Ich war gut vorbereitet. Außerdem hatte ich mich für den besonderen Anlass aufgebretzelt (oder wie mein Mitbewohner es ausdrückte, trug ich seit Jahren mal wieder ‚beinfrei‘) Ich hatte sogar eine Slipeinlage dabei, für alle Fälle (als Info für die Leute, die das BossHoss Special bei Stageact gehört haben).
Überrascht war ich, dass es doch relativ leer war. Die Low Voltage Konzerte und dazu noch bestuhlt schienen wohl Otto-Normal BossHoss Fan nicht zu reizen. Im Laufe des Konzertes wurde mir auch klar, wieso. Aber dazu später mehr. Jedenfalls…es wurden anscheinend nicht so viele Tickets verkauft, wie gedacht. Deshalb hatte man aus dem Parkett erst mal die Reihen 18-22 entfernt, was denn auch zu Beginn für reichlich Verwirrung bei den Konzertbesuchern sorgte.
Mit etwas Verspätung ertönte um kurz nach 8 das allseits bekannte Intro, BossHoss von den Sonics, und die Band kam zunächst einmal allein auf die Bühne und gab als erstes ‚Polk Salad Annie‘ zum Besten. Danach betraten die ‚Fabulous Babelsberg G-Strings‘ und die ‚Tijuana Wonder Bras‘ das Geschehen und wurden vom Publikum mit Beifall begrüßt. Weiter ging’s mit ‚Remedy‘ und orchestraler Unterstützung. Das Publikum wippte mit den Zehen, schüttelte die Häupter, riss die Arme bei Aufforderung hoch, aber irgendwie wollte zu Beginn nicht so richtig Stimmung aufkommen. Auch die Aufforderung, man solle ruhig tanzen kam irgendwie seltsam, da ja alles bestuhlt war. Eine Handvoll Leute erhob sich nach einiger Zeit denn doch und wurden zunächst von der Security noch freundlich aufgefordert, sich wieder zu setzen. Aber ein paar Unbeirrbare stellten sich an den Rand oder in die Gänge und ließen dort die Hüften kreisen. Ich selbst hatte mich ja auf ein etwas ruhigeres Konzert eingestellt, aber auch mir fiel es schwer ruhig sitzenzubleiben. Rein musikalisch ging es querbeet zu….alt und neu, schmissig und ruhig, mal mit, mal ohne Streicher und Bläser. Vom letzten Album wurden übrigens ‚Break Free‘ und ‚Close‘ intoniert, welche ja wirklich für eine Low Voltage Version prädestiniert sind. Auffällig war, dass die Streicher wohl eher etwas ruhiger waren, die Bläser aber nicht nur Luft, sondern auch voll Spaß inne Backen hatten. Böse ist, wer böses dabei denkt. Natürlich meine ich damit die oberen, trotz Gay Bar:D Wer sich nicht nur auf die Band konzentriert hat, konnte miterleben wie die Jungs da hinten Männekes gemacht haben und voll mitgingen. Schön:) Und auch sonst gab es viel Spaß auf der Bühne und sorgte für den ein oder anderen Lacher. Das reguläre Set wurde nach gut anderthalb Stunden mit ‚Shake And Shout‘ beendet.
Es folgte die erste kleine Pause mit anschließender erster Zugabe. ‚Stallion Battalion‘ machte den Anfang. Und spätestens ab jetzt saß kaum noch einer im Parkett. Auch Klein-Kerstin hielt es nicht mehr auf ihrem Stuhl. Die Füße wollten sich nicht mehr mit Wippen und die Finger nicht mehr mit Schnippen begnügen. Bei ‚Hey Ya‘ wurden die Arme geschwenkt und mitgegröhlt und ‚Jesus Built My Hotrod‘ ließ meine Hüften schwingen. Die Stimmung war jetzt richtig gut. Nach einer abermaligen kurzen Pause folgte die letzte Zugabe: ‚Hey Joe‘. Von den Essenern hatte ich eigentlich erwartet, dass die die Jungs danach noch einmal auf die Bühne bitten. Mir fehlte noch irgendwie `ne Elvis-Nummer als krönender Abschluss. 'Wolf Call' hätte gepaßt, wie Arsch auf Eimer. Aber es hat wohl nicht sollen sein.
Vom Musikalischen her ein voller Erfolg und auch die Stimmung war in der zweiten Hälfte gut. Das war zwar ein hartes Stück Arbeit für die Jungs, aber sie haben es mal wieder geschafft. Schade fand ich, dass nur wenige die Feuerzeuge und Wunderkerzen bei dem wunderschön intonierten ‚Close‘ hochhielten, obwohl doch im Vorfeld dazu aufgerufen wurde. ICH habe mein Feuerzeug geschwenkt. Und mein Papa auch. Der war nämlich mit, denn ich hatte ihm das Ticket zu seinem 64(!) Geburtstag geschenkt und ihm vorher ein Feuerzeug in die Hand gedrückt. Meinem alten Herrn hat es super gefallen (er hat sich sogar hinterher eine BossHoss Karte besorgt und geguckt, wie die Jungs in den Bus stiegen…süß:) Und ich selber freue mich jetzt schon auf den 20. Dezember. Da zeigen dann eine Halbtexanerin, ihre beste Freundin und meine Wenigkeit den Leuten im Süden mal, wie man richtig abfeiert. Da hätte ich es gerne so richtig wild. Danke;)
Für zukünftige Low Voltage Konzerte sollte man sich merken: ein BossHoss Fan ist ein Mustang. Den kann man nicht an einen Stuhl fesseln, egal wie ruhig es angeblich zugehen soll. Ich bin ja BossHoss mäßig noch ein Fohlen, aber auch ich war hier mehr für Hüpfen und Tanzen. Dennoch ein super Konzert, obwohl ich meine Slipeinlage nicht brauchte. Die Herren blieben diesmal bekleidet.
Wie gesagt, am 20. Dezember sehe ich mir dann noch ein ‚normales‘ Konzert an, um den Vergleich zu haben. Aber ich bin mir sicher, dass ich dann das sagen kann, was Boss gerne in der Presse lesen würde: BossHoss sind die beste Live-Band, die Deutschland derzeit zu bieten hat. Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn ich das nicht hinterher behaupten könnte.
In diesem Sinne, man sieht sich am 20. Dezember. Denkt immer daran. Save a horse, ride a cowboy. Ich verabschiede mich mit einem herzlichen Yee Haw!
Kerstin
| Die Toten Hosen (Support: Airbourne ) am 29.12.08 in Köln |
geschrieben von: Andreas |
Die Toten Hosen live sind schon eine sehr geile Party. Und dann noch mit einer meiner Lieblingsbands, nämlich Airbourne, als Support im Gepäck - perfekt! Das ganze gabs in der perfekt organisierten Köln Arena, bei der man nirgendwo genervt warten muss und stets freundlich bedient wird. Mehr über das Konzert und das Setting erfahrt ihr im Konzertbericht...
War das ein Vergnügen! An dem Abend hat aber auch alles perfekt geklapt! 18 Uhr sollte Einlass sein und um ca. 18:10 Uhr gingen auch tatsächlich die Pforten auf. Ich war etwa gegen 17:40 Uhr vor Ort und auch wenn die Schlangen überall lang aussahen, ging es doch stetig vorwärts und ich war in einer runden Viertelstunde im Gebäude. Rechtzeitig vor Ort sein zahlt sich nunmal aus. Allerdings kam wirklich zu KEINEM Moment ein nervendes Wartegefühl auf, egal, um was es ging. Dazu allerdings weiter unten mehr, nun zur Musik.
AIRBOURNE
Plus/minus 5 Minuten genau um 20 Uhr kamen Airbourne auf die Bühne und machten eine knappe halbe Stunde lang keine Gefangenen. Mit "Stand up for rock n roll" wurd das Thema der Show direkt zu Beginn klar gemacht und entsprechend abgefeiert.
Hatte ich Airbourne das erste mal im Kölner Underground bei extrem beschissenen Tinitus-Hallooo-Sound gehört, war der Sound diesmal einfach nur fett. Das Schlagzeug hat mich weg gepumpt, die Gitarren kamen schön deutlich durch und den Gesang konnte man weitestgehend verstehen.
Ebenfalls neu war für mich nicht nur der Sound, sondern auch wie Songs gespielt wurden. Wurden damals beim Showcase-Gig im Underground noch ziemlich originalgetreu die Albumversionen gespielt, gabs hier immer wieder kurze, aber prägnante Intros, bei "Girls in black" feuert Joel uns ein sonnenfeuerheiss rockendes Solo durch die Lauscher und "Too much, too young, too fast" wurde einen tick langsamer und bierseliger dargeboten. Letzteres fand ich persönlich nicht so dolle, aber versenkt hat's diesen feisten Song nicht.
Ob Joel's Ansage zu "Cheap Wine" mit etwas Gelaber über "Frauen kommen und gehen etc." gut an kam... ich glaube er hätte es sich sparen können, der Song rockt auch ohne einleitende Worte.
Einzig "Runnin' Wild", Titelsong des Albums, ging etwas in die Hose, da Joel durchgehend in falscher Tonlage gesungen hat. Wenn die andere Tonlage geplant war, entschuldige ich mich hiermit bei Joel - um ein "Du Depp" hinterher zu schieben, es klang nämlich grausam.
Trotz den negativen Worten über den Abschlussong des Set kann ich mich nur erneut über diese arschtretende Band besabbern. Soviel Energie und Spielfreude erlebt man nicht oft, ein Orkan ist Kindergarten gegen diese vier Australier!
Das Publikum war leider sehr gespalten bei Airbourne. Ich konnte es nicht genau sehen, würde aber sagen, dass die Halle nicht viel mehr als zu einem Viertel gefüllt war und wenn ich jetzt in nachweihnachtlicher Stimmung wirklich extrem optimistisch denke, vielleicht sogar fast zu einem Drittel. Auf den Sitzplätzen war kaum jemand. Und auch bei den Leuten, die da waren, waren die Reaktionen sehr unterschiedlich. Als der erste Song loslegte, gabs nach ner Minute das erste zarte Moshpit... drumherum bewegte sich allerdings nicht sonderlich viel. Es gab immer einzelne Inseln von Leuten, die mächtig Spaß hatten und mitgerockt haben, dann wieder mehrere Inseln der Ruhe. Nachdem die Jungs von der Bühne waren, gab es hier und da Zugabe-Rufe, ich hörte aber auch ein Mädel "Wenn noch einer Zugabe ruft, hau ich ihm auf die Fresse" sagen. Nun ja, ob Airbourne und die Hosen wirklich so gut zusammen passen... *schulternheb* ist mir egal, ich mag beide :).
Setlist (hoffe, ich hab keinen vergessen):
Stand up for rock'n' roll
Diamond in the rough
Girls in black
Too much, too young, too fast
Cheap Wine
Runnin' Wild
DIE TOTEN HOSEN
Nach eine flotten Umbaupause von etwa einer halben Stunde, kamen die Hosen um 21 Uhr auf die Bühne und standen vor einem jubelndem Publikum. Nach dem ersten oder zweiten Lied war die Arena rammelvoll und man sah deutlich, dass der Laden komplett ausverkauft war. War ich froh, noch rechtzeitig mein Bändchen für den abgesperrten Bereich bekommen zu haben! Das Ganze fand in 4 Akten statt.
Im ersten Teil liefen einige Songs der neuzeitlichen Hosen. "Strom" machte den Einstand, "Disco" vom aktuellen Album war dabei, aber natürlich auch bekannte Mitgröhler wie "Alles aus Liebe". Dann waren die Hosen erstmal für einen Moment von der Bühne.
Der zweite Akt war bis zum letzten Song akustisch gehalten und es waren ein Herr und eine Dame mit auf der Bühne, die beim Unplugged im Wiener Burgtheater Album "Nur zu Besuch" mitgespielt hatten. Los gings mit "The Guns of Brixton", einem The Clash-Cover und es gab so interessante Sachen wie "Eisgekühlter Bommerlunder" in einer... äh... Boogieversion mit Campino an der Trompete - was dann allerdings im Laufe des Liedes zur üblichen Mitgröhl- und Chaosnummer wurde, bei der kein Hemd trocken bleibt. Wie auch im ersten Teil der Show, gabs erstmal wenige Minuten Hosenfrei Bühne.
Im dritten Teil ging volles Rohr der Punk ab und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Hier wurden die 80er-Phase der Toten Hosen druckvoll ins Publikum geballern und wer nicht pogofest war, durfte sich nicht vorne in der Mitte aufhalten. Wurde vorher schon viel und ausgiebig gepogt, war jetzt pure Sturmfront angesagt, inklusiver einer (wenn auch recht harmlosen) Wall Of Death. Ein mehr als 8 Minütiges Medley feinster 80er-Klassiker wie zum Beispiel "Opel Gang" brachte die Menge ordentlich zum Kochen. Als dann "Schönen Gruss, auf Wiederseh'n" kam, dachte ich, jetzt wäre das Konzert wohl tatsächlich vorbei und die Hosen verliessen auch die Bühne. Da das Licht allerdings nicht anging, war klar, da kommt noch was.
Lebensweisheit und Sauflust wurden im vierten Teil angepriesen, der kurz aber fröhlich war. So lamentierte Campino, dass der Staat von uns allen Impfungen gegen Grippe, Typhus, Malaria und dergleichen verlangt, es aber nicht gegen das Naheliegenste, nämlich den FC Bayern. Klar, dass der passende Song folgte und fleissig mitgesungen wurde. Tapfer, die eine Person vor der Bühne, die eine Bayernfahne den gesamten Song über hochhielt. Auch Campino nahms mit Humor und zollte dem Kerl mit einem Lachen Respekt. Als vorletztes kam "Zehn kleine Jägermeister" und der gesamte Verein lag sich mitgröhlend, durch die Gegend springend und glücklich grinsend in den Armen.
Zu guter letzt schloss "You'll never walk alone" stimmungsvoll einen fantastischen Abend.
Die Toten Hosen sind keine Band, die ihre Songs einfach so runter reissen, ihre Pflichtzugabe geben und dann abhauen. Dafür hat Campino definitiv eine zu große Klappe und so gabs zu fast jedem Song auch eine passende Ansage. War natürlich klar, dass es die eine oder Spitze gegen Köln kommen würde und so kam schließlich auch nach der Frage, ob wir Kölner denn wirklich mit unserm Kölsch Bier leben könnten der Altbiersong.
Ein Mario mit Backstageaufkleber auf dem Hemd, Leverkusener seines Zeichens, stand bei einem Song irgendwann einfach so auf der Bühne grinste sich einen und sabbelte Campino auf die Frage, was er denn hier machen würde, irgendwas ins Ohr. Keine Ahnung, ob man den Herrn hätte kennen müssen, ich kannte ihn nicht. Am Ende forderte Campino ihn auf, seine Stagedivingkünste zu demonstrieren und einen ordentlich Salto hinzulegen. Nun ja, Campino kommentierte das dann ca. eine Minute lang mit Worten wie "wie ein Kartoffsack" und ich musste grinsend zugeben, dass das doch recht trefflich formuliert war. Das sich Köln und Düsseldorf über das unvermögen der Leverkusener mal einig wären, trug auch sehr zur Erheiterung bei :-).
So stimmungsvoll Campino gegen das eine oder andere wettert, man sieht doch immer das Augenzwinkern und kanns ihm einfach nicht übel nehmen.
Ein Special des Konzerts kam nicht von den Hosen, sondern aus dem Publikum. 4 oder 5 Mädels der Toten Hosen Ultras auf den Schultern ihrer Freunde machten mit Laternen in der Hand eine Polonese durch den abgesperrten Bereich vorne und als das Publikum dann noch zu "Ich geh mit meiner Laterne" einstimmte gabs dann von der Bühne auch die passenden Gitarrentakte dazu und alle hatten tierisch Spaß an der Aktion. Respekt, geile Idee!
Setlist:
Strom
Du lebst nur einmal
All die ganzen Jahre
Innen alles neu
Auswärtsspiel
Disco
Madelaine aus Lüdenscheid
Teil von mir
Liebeslied
Alles aus Liebe
Wünsch dir was
Alles was war
Cokane in my brain
Niemals einer Meinung
Bofrost Mann
Bonnie & Clyde
Nur zu Besuch
Steh auf, wenn du am Boden bist
Pushed again
Hier kommt Alex
Freunde
The Guns of Brixton
Hand in Hand
Alles wird vorübergehen
Eisgekühlter Bommerlunder
Medley
Auld lang syne
Schönen Gruss, auf Wiederseh'n
Altbierlied
Bayern
Zehn kleine Jägermeister
You'll never walk alone
Anmerkung zur Setlist: Die hab ich bei concert-online.com geklaut, für die ich hier auch direkt etwas Werbung machen möchte. Die nehmen das Konzert auf, teilen es direkt nach dem Konzert in einzelne Songs die passend benannt werden und bieten das Werk dann entweder auf USB-Stick als "Concert Stick" (19,99 EUR) oder als Download (9,99 EUR) an. Die Preise finde ich absolut fair und man kann sich damit sein einmaliges Konzerterlebnis nochmal zu Hause anhören.
KÖLN ARENA (LANXESS ARENA) CATERING UND ORGANISATION:
Ich bin von dem Laden schwer begeistert. 4 Eingänge sorgen dafür, dass die Leute schnell reinkommen. 3 oder 4 Fressstände, 2 Eisstände, 2 oder 3 zusätzliche Getränke stände - das ist alleine oben im Ring vorhanden. Geht man zum Innenraum herunter, ist unten im Raum um die Treppen herum nochmal Gelegenheit, Getränke zu kaufen und es gibt zwei Seiten, auf denen man zum Innenraum runtergehen kann. Zudem rennen noch 3 oder 4 Jungs mit nem Tankrucksack samt Bier auf dem Rücken im Innenraum herum und sorgen dafür, dass man nicht weit laufen muss, wenn man eh nur Bier will.
Nirgendwo musste ich lange Warten, sei es für Getränke, Essen oder auch an der Garderobe. Überall hatte ich innerhalb von 5 Minuten das, was ich haben wollte und das, obwohl der Schuppen ausverkauft war. Beide Daumen hoch!
Wenn ich das richtig gesehen habe, gab es auch zwei Stände mit Tourshirts und Kram und es standen mindestens 2, ich glaube sogar 3 Leute in den Ständen. Eigentlich wollte ich nach dem Konzert noch ein Airbourne-Shirt kaufen, aber davon gabs eh nur zwei unterschiedliche, unten in einer kleinen Ecke auf den Ständen, und die waren anscheinend alle schon weg. Insofern kann ich nicht beurteilen, wie flott die Jungs und Mädels an den Merchandisingständen waren. Nachdem die Menschentrauben davor allerdings zu keiner Zeit kolossal weitläufig waren, wage ich zu behaupten, genau so flott, wie an allen anderen Ständen.
| Rock Hard Festival 2008 |
geschrieben von: Andreas vom 20.05.08 |
Mein Kumpel Chris, in unserem Chat als FlederFlapFlap bekannt, und ich hatten das Vergnügen auf dem Rock Hard Festival 2008 herum zu rennen und hatten eine sehr fröhliche Zeit. Den Bericht dazu gibts unten zu lesen - wir sind auf jeden Fall 2009 auch wieder am Start!
Info: Mit Klick auf die Fotos kommt ihr zu einer größeren Version.
FREITAG
Kollege Chris und Kollege Andreas
Freitag Mittag, 12 Uhr. Kollege Chris und ich stehen dank der flotten Temperaturen und mit rund 18 Kilo Marschgepäck am Leib durch geschwitzt aber glücklich vor dem Pressestand. Dort gibt’s auch gleich einen lustigen Auftakt. Auf mein "2 für Metal Refinement", guckt die nette Dame nach und Antwortet mit "Also für Metal Refinement hab ich hier nur einen stehen.". Da es im Vorfeld ein kleines hin und her gegeben hatte, wen ich nun dabei haben würde, vermutete ich, dass Kollege Chris nicht auf der Liste stünde. Lustiger Weise stand allerdings ich selbst, als Inhaber von Metal Refinement, nicht auf der Liste. Glücklicherweise ließ sich das Ganze dann doch noch recht schmerzfrei und schnell regeln - es stellte sich heraus, dass die Gästeliste nicht vollständig vorlag - und wir konnten unser Presseband und den Pass in Empfang nehmen. Schnell noch das Campingbändchen am anderen Stand abgeholt und ab in Richtung Zeltplatz.
Uns war durchaus bewusst, dass wir weiter hinten kampieren müssten, wenn wir nicht bereits am Donnerstag anreisen würden, aber die Auslastung des Geländes bereits um 12 Uhr überraschte uns dann doch. Zumindest fanden wir einen Platz, den man auch im absoluten Brontovollrausch problemlos wiederfinden würde. Kurz nachdem unser Zelt aufgebaut war, kam eine 3er Gruppe, mit der wir bereits am Bahnhof geplaudert hatten, vorbei und war genau so überrascht, wie voll der Platz sei, aber nach nem ersten Bierchen und nachdem auch deren Zelte standen, war alles im Lot.
Kollege Chris und die Zeltnachbarn
Zeit für zwei wichtige Erkenntnisse:
1. Wer bei der Wahl seines Zeltplatzes Einfluss nehmen möchte, sollte sich um eine Reservierung kümmern, oder Donnerstag sehr zeitig vor Ort sein.
2. Bier mit einer Trinktemperatur von 30 oder mehr Grad schmeckt…. sehr seltsam.
Für mich war es das erste Rock Hard Festival und so zeigte mir Kollege Chris, ein alter RHF-Veteran, erstmal, wo alles zu finden sei. Nach Hutkauf (gegen Sonnenstich), Nahrungsaufnahme (hossa, der Backfisch war einfach göttlich und reichlich) und dem ersten kalten Getränk (nach dem 30 Grad warmen Bier trieb uns das nahezu in einen Orgasmus) gings dann zur Bühne, wo sich die ersten Zuschauer für die erste Band einfinden. Nach einer kurzen Begrüßung durch Götz gings mit 5 Minuten Verfrühung los.
The Claymore
Setlist:
Angels Assassination
Slaine The Almighty
Trigger
Ancient Enemy
Sygn
Arborlon
Soulseeker
Gut gelaunt feuern uns die Jungs eine runde ordentlichen Powermetal entgegen und beweisen, dass man auch als erste Band gute Laune verbreiten kann. Es sind zwar nur wenige Leute da, aber die ersten paar Reihen vor der Bühne sind dicht bestückt und die Leute haben sichtlich Spaß. Etwas überraschend kam das In Flames-Cover "Trigger" bei mir und Kollege Chris an. Als powermetallisch gespielte Version doch mal etwas anderes, aber auch etwas gewöhnungsbedürftig. Insgesamt waren The Claymore ein schöner Auftakt für das Festival und sowohl Spielfreude wie auch Musik konnten überzeugen.
Die Sturmkrieger von Stormwarrior schienen mit Spaß an der Sache zu Werke zu gehen, doch die Songs waren einfach nicht unser Fall. Nach zwei Liedern machten Kollege Chris und ich uns auf, mal am Getränkestand Nachschub an kühlendem Nass zu holen. Auch an Lake of Tears bestand bei uns wenig Interesse und so wanderten wir zu unserem Zelt zurück. Dort spannten wir eine Kunststoffplane auf, die uns eine 3x4 Meter große und lebensrettende Schattenfläche erschuf und guckten uns an, wie einer unserer Zeltnachbarn seltsame Kletter- und Turnübungen in Zeitlupe an seinem Stuhl versuchte. Hitze und Bier hatten ihm jeglicher motorischer Fähigkeiten und des Gleichgewichtssinnes beraubt. Nach ein paar Minuten lustiger Vorführung halfen wir ihm schließlich auf.
Eigentlich wollten wir uns dann Y&T angucken. Zu dieser Zeit kamen dann allerdings zwei Bekannte, die so nett waren, uns Grill, Kohle und 5 Liter Wasser mitzubringen und so wurde die Band nahezu vollständig verpasst.
Die Apokalyptischen Reiter
Setlist:
Friede Sei Mit Dir
Vom Ende der Welt
Elfriede
Riders On The Storm
Uda
Warum?
Evolution
Seemann
Sehnsucht
Erhelle meine Seele
We Will Never Die
Du kleiner Wicht
Wahnsinn
Reitermania
Die Sonne scheint
Metal Will Never Die
Terra Nola
Jetzt geht die Party ab! Ob man die Musik der Reiter mag oder nicht, man muss ihnen einfach lassen, dass sie Entertainment pur sind. Sänger Fuchs beweist eine ordentliche Kondition und hüpft, rennt und mosht pausenlos über die Bühne und an den Instrumenten stehen auch keine Langzeitrentner mit Hexenschuss. Mit "Friede Sei Mit Dir" geht der Tanz los und hier haben wir Sänger Fuchs noch an der Gitarre, die er jedoch bald abgibt, um sich vollständig in einen Wirbelwind zu verwandeln.
Mit sympathischen und erzählerischen Ansagen gehts stets interessant und freudig in den jeweils nächsten Song und zu "Seemann" werden zwei Mädels auf die Bühne geholt, die dann als Seemannsbräute ordentlich zur Musik abtanzen. Anstatt die Mädels danach wieder von der Bühne zu komplementieren, wird eine zu Dr. Pest (wie immer, leicht bekleidet und mit Ledermaske) in den Käfig gesteckt und eine bekommt eine Gitarre in die Hand. Die zweite Gitarre ist zwar nicht angeschlossen, aber hey, beim Co-Headliner auf der Bühne stehen und so tun als ob… das kann schon etwas mehr, als irgendwo im Publikum mit der Luftgitarre zu wedeln und die Seemannsbraut hat auch nach kurzer Orientierungsphase sichtlich Spaß.
Ebenfalls fehlt das beliebte Bootsrennen nicht. Hierbei werden zwei Reitermaniacs (Fans) auf die Bühne geholt, in Schlauchboote gesetzt und vom Publikum nach hinten und wieder zurück transportiert. Auf dem Rock Hard Festival sogar die Tribüne hinauf! Kollege Chris und ich hatten noch gesagt "Das klappt nie!", aber zum Erstaunen vieler HAT es geklappt. Bei einem schneller (kam während des gleichen Songs wieder bis zur Bühne zurück), beim andere weniger schnell (da war schon was das nächste Lied durch).
Zwischendurch reagiert Sänger Fuchs allerdings etwas irritiert. Er ist es definitiv nicht gewohnt, dass so viele Menschen sitzen, was sich jedoch beim Gelsenkirchener Amphitheater einfach prima anbieten, da man von den Treppen aus prima sehen kann. Und seien wir ehrlich, nachdem die Leute den ganzen Tag bei gefühlten über 30 Grad durch die Gegend gelaufen sind, sind viele einfach geschafft. Auf den Kommentar hin "Ich fänds aber doch ganz cool, wenn ihr hier so was wie eine La Ola hin bekommt" entwickelt sich Stadionatmosphäre, als erst eine etwas verhaltene Welle von (mit Blick auf die Bühne) rechts nach links wandert, dann schon einiges enthusiastischer zurück kommt und schließlich noch einmal und dann amtlich hin und her rollt. Andere Länder , andere Sitten - andere Bühnen, andere Möglichkeiten!
Mit "Die Sonne scheint" wird’s kurz vor Schluss nochmal richtig fröhlich im Sound, bei "Metal Will Never Die" steigt das Publikum ordentlich in den Gesang ein und mit "Terra Nola" wird die Darbietung amtlich abgeschlossen. Schade, dass es aufgrund des Festivalzeitplans keine Möglichkeit einer Zugabe geben konnte, danach gerufen wurde auf jeden Fall.
Der einzige Kritikpunkt am Auftritt war das neue Mitglied der Reiter, Lady Cat-Man, die bei einigen Songs nicht immer sehr Tonsicher an der Klampfe war. Ich persönlich glaube, dass sie einfach noch etwas Zeit braucht, um bei den Reitern rein zu wachsen und dass sie einfach sehr nervös bei ihrem ersten großen Auftritt mit dem Verein war - sie ist ja erst seit März dabei. Allerdings gab es einige, die froh wären, wenn Pitrone weiterhin an der Klampfe wäre. Schaun mer ma was die Zukunft bringt und wie sich die Dame bei den nächsten Auftritten macht.
Nach den Reitern traf ich mich mit zwei weiteren Metal Refinement-Menschen, nämlich Kerstin und Mareike im VIP-Zelt, wo wir gemütlich ein Bierchen mit den Jungs (Alla war woanders unterwegs) von Enemy Of The Sun tranken und uns nicht sonderlich zu Testament hingezogen fühlten. Als wir im Zelt "The Boys Are Back In Town" von Thin Lizzy hörten, was als Intro zu Testament vom Band kam, waren wir ob der Wahl des Intros durchaus etwas verwundert.
Die meisten Songs der Band sind keine großen Lieblinge bei Kerstin, Mareike, Chris und mir. Zu "The New Order", "The Preacher" und "Henchman" sind wir dann allerdings doch rüber gegangen, um zumindest zu sehen, wie sich Testament auf der Bühne machen. Zuerst viel auch dem ungeübten Ohr auf, dass der Sound extrem für den Popo war, wer auch immer am Mischpult saß, hat sich nicht mit Ruhm bekleckert. Das Gitarist Alex Skolnick nicht dabei sein konnte und die Band somit nur mit einer Gitarre am Start war, war auch kein großer Glücksfall. Allerdings muss ich der Band schon Respekt zollen, da hat jeder alles gegeben und das Publikum war ausser Rand und Band. Auch wenn ich kein großer Fan der Band bin - Hut ab!
Nach einem letzten Bierchen mit Kerstin und Mareike, zog es Chris und mich zum Zelt, da wir tierisch Kohldampf hatten. Anstatt uns zur Metal Party zu begeben, wanderten wir in die Dunkelheit und grillten recht abenteuerlich unter dem Licht zweier eher kleinen Taschenlampen. Nachdem wir den Zeltnachbarn, der am Nachmittag schon nicht mehr alleine auf seinen Stuhl zurück klettern konnte, so gerade eben davor bewahren konnten, über eine Wasserflasche zu stolpern und auf den Grill zu fallen und nachdem wir noch zwei nette Mädels aus der Nachbarschaft mit leckerem Steak verköstigt hatten, gings auch relativ zeitig in die Koje.
SAMSTAG
Der Vorteil, relativ früh wach zu sein, ist eindeutig, dass die Schlange vor der Dusche nicht allzu lang ist. Wir waren sowohl Samstag als auch Sonntag um die 8:30 Uhr vor dem Duschtruck und wenn wir wieder aus der Dusche raus waren, war die Schlange jedes Mal mehr als doppelt so lang. Ich weiß, Pfirsichduft is kein Black Metal, aber bei dem sommerlichen Wetterchen war es sehr angenehm, frisch in den Tag zu gehen, ohne das alles an einem klebt.
The Sorrow, Moonsorrow und Helstar haben wir trotz des frühen Erwachens leider verpasst. Als wir einmal wieder unter unserer Schatten spendenden Plane lagen, war es einfach so herrlich gemütlich und auch lustig mit den Nachbarn, dass die Zeit einfach nur so dahin flog.
Enslaved
Setlist:
Path To Vanir
Fusion Of Sense And Earth
Bounded By Allegiance
Violet Dawning
As Fire Swept Clean
Isa
Return To Yggdrasill
Ruun
Vor der Bühne gingen ein paar Fans der Band ordentlich ab, aber insgesamt bewegte sich nicht all zu viel im Publikum. Durchaus sympathisch begrüßten die Norweger die Gäste auf Deutsch, spielten auch solide und hatten für Freunde dieser Musik sicherlich auch gute Sachen am Start, aber der Funke wollte nicht so recht überspringen. War allerdings auch einfach viel zu sonnig für so düsteres Zeug. Wirklich schade für diese Band.
Exciter fiel dem Futter-, Getränke- und Schattenbedürfnis zum Opfer, so dass Chris und ich erst zu Amorphis wieder vor der Bühne standen.
Amorphis
Setlist:
I Of Crimson Blood
Towards and Against
Better Unborn
Drowned Maid
The Smoke
Silent Waters
Vulgar Necrolatry
My Kantele
Alone
The Castaway
House of Sleep
Black Winter Day
Heilige Scheiße, war das geil! Auch ohne großer Amorphisfan zu sein, hatte ich mordsmäßig Spaß bei dieser Show! Bei der Band passt einfach alles zusammen und die Energie in der Band wurde erfolgreich auf das Publikum übertragen. Was Sänger Tomi Joutsen da hinlegt, besonders bei den Wechseln von guturalem zu sauberem Gesang, ist verneigungswürdig und wenn der Powerzwerg seine bodenlangen Rastas durch die Luft schleudert, sieht das schon beeindruckend aus. Der Sound startete sehr gut, wurde zum Ende hin allerdings etwas schwächer. Aber ich glaube, so wirklich gestört hat es keinen, es war definitiv nicht so schlimm wie bei Testament. Den Abschlusssong "Black Winter Day" fand ich vor Urzeiten mal eine Weile gut, konnte ihn dann irgendwann nicht mehr hören und war auch nicht begeistert, als er angekündigt wurde. Aber ich muss sagen, er wurde verdammt gut rüber gebracht und hat mich ordentlich - im positiven Sinne - plattgewalzt. Ein schöner Abschluss für eine hervorragende Darbietung.
Exodus ist bis auf den Song "War is my shepherd" so gut wie gar nicht mein Fall und Chris ist eh kein großer Thrasher, somit war wieder Plauderrunde im VIP-Zelt angesagt. Als gerade Immortal durchstarteten rief mich Sascha vom Rock Hard an und ich kam zu ihm in den Container zwischen Bändchenstand und Metal Beast, wo wir uns eine Runde über dies und jenes unterhielten. Von Immortal bekam ich somit nur noch die letzten Songs mit, glücklicherweise auch einen mit Pyros. Man muss es Immortal schon lassen, sie wissen, wie man sich in Szene setzt und wurden auch gut abgefeiert. Die Show würde auch jeder Rockband gut zu Gesicht stehen.
Nach dem bereits bekannten Grillen bei Taschenlampe hieß es dann auch wieder zeitig gute Nacht. Diesmal zeitig, weil ich unbedingt am Sonntag um 12 Uhr bei Enemy Of The Sun auf der Matte stehen wollte.
SONNTAG
Enemy Of The Sun
Nachdem ich vom Album bereits begeistert war und mir Kerstin endlos von Jules als Frontmann vorgeschwärmt hatte (den sie übrigens Mareike vorgestellt hatte, die ihn wiederum Waldemar Sorychta vorgeschlug, als dieser auf Sängersuche für EOTS war und von dem sie auch eine „Happy Birthday“-Ansage bekam, da sie am Sonntag Geburtstag hatte)ging ich mit recht hohen Erwartungen zu dieser Show. Und wurde noch mehr umgehauen, als ich erwartet hatte! Alla am Bass ist einfach nur ne coole Sau, auch wenn sie meist wie Vetter It aussah, da ihr fast dauernd die Haare vorm Gesicht lagen, der Drummer sieht wie'n Tier aus, Waldemar ist voll im Element an der Klampfe und Jules… oh - mein - Gott! So wie der auf der Bühne abgeht, kann nichtmals die sportliche Performance von Fuchs (Die Apokalyptischen Reiter) oder das stimmungsvolle Stageacting von Tomi Jousten (Amorphis) mithalten. Jules Näveri hat einfach ALLES, was man sich von einem guten Frontmann wünschen kann. Ein klasse Stimme, endlos Feuer unterm Arsch, einfach nur coole und ehrliche Posen und auch noch unheimlich sympathische Ansagen zwischen den Songs. So erhob er zum Beispiel bei einer Ansage eine Tasse Kaffee um mit den Gästen, die schon zu so früher Stunde am Start waren, gemeinsam den ersten Morgenkaffee zu trinken und den Frühaufstehern Respekt zu zollen.
Der Versuch, zu dieser Uhrzeit bereits ein Circle Pit hinzubekommen, war nicht unbedingt von vollem Erfolg gekrönt, aber eine handvoll Mosher fand sich doch zusammen, um sich ein wenig durch die Gegend zu schubsen und amtlich abzubangen. Nach dem Gig sah ich viele fröhlich lächelnde Gesichter um mich herum, denn diese Band macht einfach Spaß, von der ersten bis zur letzten Minute.
Ich persönlich mag ja Sänger, die beim Gesang zwischen gutural Gesang bzw. Gekreische und clean umschalten können (gilt nicht für Metalcore-Bands) und so sagt mir Jules' Gesang stark zu. Allerdings muss ich erwähnen, dass er bei dem Auftritt doch hier und da ein paar Ausrutscher bei den cleanen Parts hatte. Im Gespräch später des Tages sagte er mir auch, dass man insgesamt noch nicht ganz zufrieden mit sich sei und sich aber mit jedem Gig steigern wolle. Das EOTS das schaffen, daran habe ich keinen Zweifel. Soweit ich weiß, war es der erste große Livegig der Band und es liegen noch viele vor ihnen. Aber ganz ehrlich… bei der Sympathie, die Jules ausstrahlt und bei der göttlichen Bühnenperformance, die er hinlegt… da ists mir scheißegal, ob er hier und da mal nicht 100% den Ton trifft.
Sieges Even
Setlist:
When Alpha And Omega Collide
Tidal
The Waking Hours
Duende
Life Cycle
Sequence I: The Weight
Mit Prog-Rock kann man mich jagen, oder, je nach Song, auch einschläfern. Sieges Even wäre rein musikalisch keine Band, die ich mir angucken würde. Aber wir saßen gemütlich mit ein paar Leuten auf den Stufen des Theaters, als Sieges Even loslegten, plauderten ein wenig miteinander und mussten nebenher feststellen, dass der Vierer eine richtig, richtig gute und nette Show hinlegt. Würden die Männers etwas eingängigeren Rock spielen, wäre ich sofort zum Innenraum und näher an die Bühne gelaufen. Das man hier was die Fähigkeiten an den Instrumenten angeht absolute Meister vor sich hat, muss wohl nicht extra erwähnt werden. Wer also auf Progressive Rock steht und dazu noch eine tolle Show haben will, ist mit Sieges Even 1A bedient - ganz klar Empfehlung!
Zu Asphyx wird das Amphitheater schon richtig lebendig. Es sind viele Leute dabei, die Sachen aus den frühen 90ern zu kennen scheinen und sehr gespannt sind, was die Band mit dem aktuellen Sänger hinlegt. Die Band legt sich ordentlich ins Zeug und bringt die Leute zum moshen, ist jedoch nicht wirklich mein Fall, weswegen Trinkbares und Futter klaren Vorrang hat.
Jorn
Setliste:
We Brought The Angels Down
Blacksong
Lonely Are The Brave
Duke Of Love
War Of The World
und 3 Songs, deren Namen mir fehlt (dank an Calani aus dem RH Forum, ohne Dich hätte ich gar keine Setlist zu Jorn)
Jorn ist mit Sicherheit einer der besten Sänger des Festivals. Und gleichzeitig einer unbeholfensten Frontmänner. Den guten Mann sollte man bei seinen beiden Gitarristen in die Bühnenshowlehre schicken, die scheinen nämlich jede "wichtige" Rockpose zu kennen und legen ordentlich etwas vor.
Bei den Songs ist wie immer mit der Musik, es ist Geschmackssache. Aber der allgemeine Konsens der meisten Leute, mit denen ich gesprochen habe ist, dass Jorns Songwriting eher nichts sagend ist. Es rockt, aber es rockt nur lauwarm. Richtig große Refrains fehlen und die mitreißenden Hooks sind spärlich gesät. Insgesamt war Jorn doch recht enttäuschend. Lieber ne Masterplan oder Allen Lande CD zu Hause anhören, als ihn sich Solo und live zu geben.
Nach Jorn wanderte ich zur Karaoke-Bühne, weil ich mir dort einen bekannten aus dem Rock Hard Forum in der Jury des Karaokeevents ansehen wollte. Allerdings war die Bühne bereits halb abgebaut und Sascha (vom Rock Hard) sagte mir am Handy, dass die PA (Soundanlage) hinüber sei und Karaoke somit gestorben wäre. Schade, für das Karaoke in der Pause zwischen Napalm Death und Volbeat wäre ich nämlich Jurymitglied gewesen.
Napalm Death habe ich mir eher weniger, wegen der Musik angesehen, sondern weil ich einfach neugierig war, was das für Leute sind. Es sind Wahnsinnige, wenn ich mir das Gehampel auf der Bühne so ansehe. Bei Sänger Barney Greenway habe ich mir ernsthaft sorgen gemacht, ob er gleich einen epileptischen Anfall bekommt und so schwankte ich dann auch bei der Gesamtshow zwischen Belustigung und Unverständnis. Die Fans rasteten allerdings vollkommen aus, ich würde behaupten, bei keiner anderen Band des Festivals ging es so wild vor der Bühne ab. 4 oder 5 Songs von der Band haben mir allerdings auch gereicht, mehr kann ich mir von der Musik nicht anhören, ohne durch den doch eher stumpfen, wenig abwechslungsreichen Sound schläfrig zu werden.
Volbeat
Setlist:
The Human Instrument
Mr. & Mrs. Ness
Radio Girl
Sad Man's Tongue
Caroline Leaving
Danny & Lucy
Neuer Song
I Only Wanna Be With You
Pool Of Booze, Booze, Booza
The Garden's Tale
Rebel Monster
The Other New Song
River Queen
Partymusik, Partyshow und Partypublikum. Volbeat sind einfach Party pur! Ich vermute mal, jeder Bericht zu diesem Auftritt wird folgenden Dialog zwischen Sänger Poulsen und dem Publikum beinhalten:
Michael Poulsen: Are you feeling great?
Publikum: Yeaaah!
Michael Poulsen: (lauter) Are you feeling great?
Publikum: (lauter) YEEEAHH!
Poulsen: Are you feeling gay?
Publikum: YEAAAAAAH!
Poulsen: (amüsiert verwundert) You're feeling gay?
Der Mann hat das Publikum immer wieder bei seinen Ansagen ein wenig auf die Schippe genommen, auch mal einen kleinen Seitenhieb auf die knarziger Stimme von Immortal-Röchler Abbath verteilt und fantastische Stimmung verbreitet, immer wieder gab es kleinere Nachsingaufgaben für die Gäste. Dazu war der Sound top, der Gesang saß perfekt und die Instrumentalisten spielten absolut sicher. Und nicht nur auf der Bühne ging die Post ab. Ich meine es war ab dem Song „Pool Of Booze, Booze, Booze“; Poulsen kletterte in den Fotografengraben und sang auf die Absperrung gestellt direkt am Publikum weiter. Damit auch jeder was von ihm hatte, wechselte er ein paar mal den Standort und als ob das nicht cool genug wäre, gings dann beim nächsten Song mit Crowdsurfing weiter, bei dem er erstaunlich gut weiterhin die Töne beim Gesang traf, während er auf den Händen des Publikums über die Menge getragen wurde. Abgesehen davon, dass es einer der besten Gigs war, bewiesen Volbeat definitiv die größte Fannähe und legten den nettesten und sympathischsten Gig hin.
Volbeat, dass ist eine absolut geniale Volbedienung, äh Vollbedienung, die keine Wünsche offen lässt!
Paradise Lost
Setlist (leider unvollständig, aber erneut Dank an Calani aus dem Rock Hard Forum, ohne den ich hier gar nichts anbieten könnte):
The Enemy
Ash And Debris
No Celebration
As I Die
Pity The Sadness
Enchantment
Requiem
Unreachable
Gothic
Embers Fire
One Second
?
Never For The Damned
?
Say Just Words
?
Mein erster Paradise Lost Gig und wohl auch für lange Zeit mein letzter. Der Sound war übel, Sänger Nick Holmes schien oft gar kein Bock zu haben und war noch übler und die stimmungsvolle Lichtshow, von der mir mal erzählt wurde, war natürlich bei bestem Sonnenschein nicht vorhanden. Die wenig motivierten Ansagen von Nick Holmes, hätte sich der Kerl auch sparen können. Der einzige aus der Band, der so richtig Spaß zu haben schien, war Aaeron Aedy (Rhytmusgitarre). Den sah man dauernd grinsen und mit vollem Elan in die Saiten hauen. Schade, dass man von ihm teils so gut wie gar nichts hörte, der Mann am Mixer muss wirklich taub gewesen sein, oder die Band hassen. Hätten Kerstin und Mareike nicht dabei gesessen, wäre ich nach zwei oder drei Liedern gegangen.
Den Allstar-Jam habe ich leider verpasst. Wir waren zu sehr damt beschäftigt, im VIP-Zelt Bier zu trinken und über Paradise Lost zu lästern. Wobei das Lästern sehr viel Spaß gemacht hat, zumindest als Vorlage hierfür war der PL-Auftritt zu Nutze.
Der Headliner Iced Earth machte dann sehr deutlich, dass es sich hier um den Headliner handelt. Die Sonne hatte sich verabschiedet und die Lichtshow wurde ausgepackt und das nicht zu knapp. Schaffer, Barlow und Kollegen zeigten sich absolut souverän, der Innenraum vor der Bühne und die Stufen der Tribüne waren rammelvoll und das Publikum feierte die Band von vorne bis hinten ab. Mit persönlich kam Matt Barlow allerdings bei den Ansagen zu stumpf herüber und da ich kein großer Iced Earth-Fan bin, verschlug es mich beim sechsten Song wieder zu netten Leuten im angenehm leeren VIP-Zelt.
Gelände:
Das Gelände ist schön übersichtlich, nicht zu groß und nicht zu klein. Sowohl im Aussenbereich, der wesentlich länger geöffnet ist, als auch im abgesperrten Festivalinnenbereich gibt es etliche Buden, bei denen Mann Futter, Gesöff und alles mögliche an Merchandising, Schmuck und sonstigem Gedöns kaufen kann, dass das Herz des Festivalgastes höher schlagen lassen. Ebenso übersichtlich ist das Campinggelände, auf dem man sich auch nach gehobener Bierzahl noch gut zurecht findet. Einziges Manko am Campinggelände ist ein etwa 10 Meter langes Feld bestehend aus sehr groben Steinen, über die man mit etwas Vorsicht laufen sollte. Wer darauf hinfällt kann sich ernsthaft weh tun.
Toiletten:
Die Dixies sind sinnvoll über das Gelände verteilt und werden regelmäßig ausgetauscht. Wer es allerdings gerne etwas weniger widerlich hat, geht auf die Toilettenhäuschen im Innenbereich, die für Festivalverhältnisse wirklich unglaublich sauber sind. Wer nicht unbedingt vollkommen etepetete ist bekommt hier auch ohne Vorwaschgang mit Sagrotantüchern kein Plaque.
Essen:
Getestet wurde meinerseits Bratwurst, Backfisch und Chicken Burger mit Wedges. Alles war wirklich lecker, nur der Chicken Burger war eher „OK“.
Preise:
Hier ein paar Beispiele.
- 0,3L Cola, Fanta, Sprite, Wasser, Bier: 2,50 EUR (zzgl 1 EUR Pfand)
- 0,3L Longdrinks (Whiskey Cola, Wodka Red Bull etc.) 6,50 EUR (zzgl. 1 EUR Pfand)
- Backfisch im Brötchen: 4 EUR
- Bratwurst im Brötchen: 2,50 EUR
- Chicken Burger mit Wedges: 6 EUR
- Rock Hard Festival-T-Shirt: 15 EUR (Fruit Of The Loom, Standardqualität)
Unheimlich hilfsbereit, immer freundlich und an jeder Ecke zu finden.
Publikum/Gäste:
Ein echt entspannter Haufen, ich habe nirgendwo Streitereien mitbekommen und man kam schnell ins (sehr lustige) Gespräch.
DOWNLOAD
| Bryan Adams, 10. Juni 2007, PhilipsHalle Düsseldorf |
geschrieben von: Andreas vom 11.06.07 |
Ich komme gerade nach Hause von einem Konzert, das mich einfach komplett weggeblasen hat. Wer im entferntesten etwas mit der Musik von Bryan Adams anfangen kann und noch nie auf einem Adams-Konzert war, sollte diese Bildungslücke so schnell wie möglich schließen.
Doch wollen wir nicht vor lauter Spaß und Freud die Vorgruppe überspringen.
SheSays waren mir bis dato vollkommen unbekannt und den anderen Gästen, die um mich herumstanden, anscheinend auch. Dabei haben die 3+1* Bandmitglieder schon ein paar beachtliche Erfolge hinter sich. Wie ich ihrer Homepage entnehmen konnte, gewannen SheSays mit ihrem Song "Rosegardens" den 2. Soundcheck-Special-Wettbewerb, Österreichs größtem Bandwettbewerb. Mit dem Gewinn kam ein Plattenvertrag bei EMI , die Single "Rosegardens" stieg auf Platz 2 in den österreischichen Charts ein und im Anschluss das Album auf Platz 1. Daraufhin gings als Vorgruppe von Deep Purple, Alice Cooper, Toto, Seal durchs In- und Ausland und nun ist das Vorprogramm von Bryan Adams angesagt.
* 3+1, da die Band offiziell zur Zeit nur dreiköpfig ist (Sängerin und Gitaristin Gudrun "Gu" Liemberger, Gitarist Andy Liu und Bassist Valentin Rosegger). Nachdem das Album "Want it" 2006 fertig war, verlies Drummerin Cathi die Band, um sich um andere Projekte zu kümmern. Seitdem trommelt David Mette für die Band, wird aber auf dem Album-Cover und dem offiziellen Line-up nicht aufgeführt. Seltsam, ist aber so.
Ihre Musik kann man als leicht verdaulichen, aber einfallsreichen, modernen Rock bezeichnen. Das aktuelle Album hab ich mir direkt nach dem Konzert zugelegt und bin mit dem, was ich fürs Geld bekommen habe, absolut zufrieden. Mehr dazu allerdings ein anderes Mal mit einer vollständigen Albumreview. Auf dem Konzert durften sie eine halbe Stunde lang zeigen, dass sie live wirklich überzeugen können. Gespielt wurden ihr Österreich-Hit "Rosegardens", die aktuelle Single "Open Your Eyes", das an Alannis Morrisette erinnernde "Indi", das im Refrain fein treibende "Tear Me Down" und zwei weitere Songs, deren Titel ich gerade nicht mehr im Kopf habe. Das ganze wurde etwas würziger rübergebracht, als auf dem sehr sauber prodizierten Album und mit ein paar ordentlichen Solos von Gitarre und Schlagzeug garniert. Das Publikum war zwar während der Songs nicht wirklich beweglich, aber der Applaus war großzügig und man merkte deutlich, dass der Sound wunderbar ankam. Die Band selbst war hingegen sehr beweglich und tobte sich mit sichtlichem Spaß an der Sache aus. Sollten SheSays mal eine eigene Headliner-Tour veranstallten, werde ich auf jeden Fall hingehen, wenn Sie in der Gegend vorbeischauen.
Nach einer halben Stunde Umbaupause legte dann Bryan Adams mit einer kleinen Überraschung los. Realtiv unbemerkt war in der Mitte der Halle eine kleine, rechteckige Bühne fertig gemacht worden und Adams startete nicht mit großem Knall von der Hauptbühne, sondern erschien erstmal klanglos auf den beiden Leinwänden neben der Hauptbühne, wo man ihn dabei sehen konnte, wie er durchs Publikum zur kleinen Bühne kam und auf dem Weg dorthin wirklich jedem ein Lächeln schenkte, denen einen oder anderen Gast kurz in den Arm nahm, Hände schüttelte und hier und da ein paar nette Grüße verlor. Dann wurde ordentlich mit "There Will Never Be Another Tonight" und "Can't Stop This Thing We Started" losgerockt und Kerstin, mit der ich dort war, und ich standen gerade mal 4 Meter von der Band entfernt. Meine Fresse, dem Mann sieht man an, dass er seinen Job liebt! Absolut gut gelaunt und voll in seinem Element wurde da in der Hallenmitte aufs feinste abgerockt. Ich wusste, dass Bryan Adams kein Riese ist, aber ich war doch etwas überrascht, wie klein und dünn der Mann ist. Was seiner Show absolut keinen Abbruch tut, was die Party angeht, ist er ein Gigant. Nach den ersten beiden Flotten Partysongs ging es dann mit der Akustikgitarre und ohne Band weiter mit "Please Forgive Me". Das Lied wurde genutzt, um die Band zur Hauptbühne zu verfrachten, wo sie direkt im Anschluss elektrisch weitermachte, während Adams singend und nur wenig von der Security abgeschirmt zur Bühne feierte. Und ich muss hier wirklich "feierte" sagen. Wieder wurde zugewunken, umarmt, sich auf die Absperrung gestellt, high fives gegeben und gelächelt, fast den ganzen Song über war Adams direkt mit dem Publikum in Kontakt.
Als er auf der Hauptbühne ankam, gings mit "Somebody" weiter und hier zeigte sich deutlich, wie langweilig das Publikum insgesamt war.
Der nach hinten abgesperrte, etwa 10 Meter breite Bereich direkt vor der Hauptbühne, war noch relativ schwungvoll, aber schon zur Absperrung hin hatte man das Gefühl, dass die Leute alle einen Stock im Popo hatten. Kerstin und ich standen etwa 15 bis 20 Meter von der Bühne entfernt und um uns herum hörte man kaum noch jemanden mitsingen. Ganz zu schweigen davon, dass nur vereinzelt zu sehen war, dass sich jemand wirklich mit der Musik bewegte. Im krassen Gegensatz hierzu, war der Beifall nach jedem Song groß und absolut angemessen. Die Menge war alterstechnisch sehr bunt gemischt, von 14 bis 60 Jahre war alles vertreten, ich würde den Durchschnitt allerdings nicht weit unter 30 ansetzen. Nicht wirklich verwunderlich, wenn man bedenkt, wieviele Menschen mit Bryan Adams in den 80ern und frühen 90ern aufgewachsen sind. Aber lag es daran, dass die Leute so singfaul waren? Oder haben sie sich nicht getraut? Ich weiss es wirklich nicht, vermute aber mal als Kölner, dass die Düsseldorfer es einfach nicht drauf haben - sorry an eventuell mitlesende Düsseldorfer, ihr versteht sicherlich, dass ich mir diesen Seitenhieb nicht verkneifen konnte ;-). Trotz allem merkte man, dass das Volk bestens gelaunt war.
Das Tempo, dass vorgelegt wurde, war beachtlich, ein Hit jagte den anderen und da ich wenig singfaul und auch kein Bewegungslegasteniker bin, war mein T-Shirt recht schnell ein durchnässter Lappen an meinem Leibe. Aber die Songs wurden nicht einfach kommentarlos hintereinander runtergerissen, es gab immer wieder ein paar Gute-Laune-Häppchen. So wurde zum Beispiel dem Drummer, der Geburtstag hatte, ein "Happy Birthday"-Ständchen gehalten, bei dem auch alle brav mitgesungen haben und in der zweiten Konzerthälfte ins Publikum gefragt, wer mit Adams singen möchte. Er schnappte sich dann ein Mädchen aus den vorderen Reihen und lies sie mit ihm im Duett "When You're Gone" singen. Dass das Mädel nicht wirklich die geborene Sängerin war, störte niemanden und man hatte einen Heidenspaß bei dieser sympathischen Aktion und es hagelte Applaus. Lustigerweise kam sie auch aus Köln*. Mein "viva colonia" Schrei quer durch die ganze Halle nach dem Song, sorgte allerdings erstmal für 3 Schweigesekunden, viele böse Blicke in meine Richtung, dass eine oder andere fassunglose "WAS!?" und Bryans Frage "Is that your husband?" was von dem Mädel leider mit "Definitely not." quitiert wurde. Schade, hätte gerne mit Max, ihrem Freund, getauscht, war schon eine Süße.
Es gab immer wieder Soloeinlagen, von den Albumversionen abweichende Variationen in den Songs und natürlich die üblichen Verbalkekse ans Publikum wie "Your crazy!" oder Kommentare, wie gerne man in Düsseldorf spiele und wie großartig das Publikum sei. Der Mann ist einfach die perfekte Mischung aus Profi und ehrlichem Entertainer, der wirklich Spaß daran hat, auf der Bühne zu stehen.
*Köln und Düsseldorf hegen seit Urzeiten eine innige Rivalität, ähnlich wie Bayern und Österreich.
Nachdem ersten Abgang von der Bühne gabs wirklich satten Applaus. Aber nachdem die Düsseldorfer es minutenlang nicht hinbekamen, einen "Zugabe!"-Chor zu starten, kam die Band auch so wieder auf die Bühne und legte mit "Cloud Number 9" und "Run To You" nochmal los. Dann verschwanden die Jungs wieder von der Bühne und irgendwie war klar, dass das nicht alles war. Umso genialer war es, dass sie dann nochmal auf der kleinen Bühne in der Mitte auftauchten, an der Kerstin und ich ich diesmal in zweiter Reihe standen.
Hier gabs wieder einen Aufruf, diesmal wurde ein Tänzerin gesucht und auch schnell eine gefunden. Diesmal hatte Adams den absoluten Volltreffer, als er energiegeladen "She's Only Happy When She's Dancing" schmetterte, legte das Mädchen grandios los. Alter Schwede, die KONNTE tanzen! Sexy, ohne übertrieben laszesiv zu wirken und genauso energiegeladen, wie der Song. Bryan stand das grinsen nur so ins Gesicht gemeisselt, während sie um ihn herum und immer wieder mit und an ihm über die Bühne fegte.
Beendet wurde die Show schließlich mit 2 zwei Rock 'n' Roll-lastigen Songs, die mir nicht bekannt waren, ich glaube einer davon hies "Seven Nights To Rock". Das Programm ging über fast zweieinhalb Stunden und lies absolut keine Wünsche offen. Beim nächsten Konzert in der Nähe von Köln oder Düsseldorf bin ich auf jeden Fall wieder dabei, ein Bryan Adams Konzert ist wirklich eine Party ohne Vergleich!
Ich versuche mal die Setlist halbwegs zusammen zu bekommen, die Reihenfolge ist absolut ohne Anspruch auf Richtigkeit und den einen oder anderen Song mag ich dabei unterschlagen:
There will never be another tonight
Can't stop this thing we started
Please forgive me (acoustic)
Best of me
18 til I die
Somebody
Back to you
Cuts like a knife
Heaven (Einstieg acoustic, später dann elektisch)
The ony thing that looks good on me is you
Summer of '69
It's only love
(Everything I do) I do it for you
Let's make a night to remember
When You're Gone (im Duett mit Mädel aus dem Publikum)
I think about you
Open road
Have you ever really loved a woman
Kids wanna rock
Cloud number 9
Run to you
All for love
She's only happy when she's dancing (mit eine FLOTTEN Tänzerin aus dem Publikum)
Seven nights to rock (?)
Mir unbekannter Rocksong


















